NORWAY – A ROAD TRIP: ON THE ROAD

Ich bin ja kein Frühaufsteher. So ziemlich jeder der mich kennt wird das gern bestätigen. Ich kann früh aufstehen, wenn es halt muss, aber wenn ich es mir aussuchen kann dreh ich mich halt doch lieber nochmal um, umarme mein Kissen und lasse die Welt noch etwas Welt sein – geht auch ohne mich. Nicht so am 02. September. 

An unserem ersten Tag im schönen Norwegen (den wir von Anfang bis Ende dort verbrachten), war ich richtig früh wach. Und Erholung ist was anders. Trotzdem hatte ich gar nicht so fürchterlich schlecht geschlafen. Tatsächlich stehen wir um 8.00 Uhr auf. Es ist wolkig – hallo Norwegen-Wetter! Erste Amtshandlung, Zelte abbauen. Danach ab an den See, um Wasser aufzufüllen und die Morgentoilette zu erledigen.

img_0010

Aussicht nach dem Aufstehen – könnte schlimmer sein.

img_0012

Karte lesen bevor es losgeht – wo sind wir eigentlich genau?

Um zum See zu gelangen, mussten wir uns erstmal ein Stück durch die Pampa schlagen, um danach (vermutlich semilegal) über eine Weide (weit und breit nix Weidendes in Sicht) zu staksen, weil wir sonst gar nicht bis ans Wasser gelangt wären. Wieder zurück, mussten wir uns erstmal auf der Karte finden.

Hilfreich: Offlinekarten und Hardcopy dabei haben!

Ganz wichtig: nicht jedes Navi unterstützt ALLE außereuropäischen Länder! Mein Navi z.B. hat zwar Dänemark und Schweden, aber nicht Norwegen. Laura, mein Navigator, hatte da aber schon mit einer Offlinekarte auf dem Handy vorgesorgt, was uns schon sehr geholfen hat. Trotzdem schadet eine Karte nicht. Wir hatten uns unsere Route eingezeichnet. Die war unterteilt in verschiedene Etappen, von Ort zu Ort, die Kilometer und Fahrzeiten hatten wir uns ebenfalls notiert, und auch eventuelle Abstecher, die man spontan noch machen kann, damit wir auch flexibel noch spontan was ändern konnten.  

Nach einem schnellen Frühstück wurde das Auto wieder beladen, die Hunde eingepackt, dass Handynavi eingestellt und los ging’s – Richtung Norden, zu unserem ersten Etappenziel: Tonstad. Ungefähr 150 km, Fahrzeit 2h 18 min. Leider wurde es stetig grauer, und irgendwann fing es dann auch an zu regnen. Das hat mich persönlich dann direkt nicht besonders glücklich gestimmt – hatte ich ja noch Laura’s Erfahrungen im Hinterkopf und so gar keine Lust auf wochenlangen Regnen, nasse Sachen und kalte Nächte… Aber trotzdem war die Route die wir uns ausgesucht hatten, landschaftlich wunderschön, sodass wir einfach frei Schnauze zwischendrin am Straßenrand angehalten haben, um uns umzuschauen, und die Berge und Seen zu genießen. Außerdem wollten wir die Hunde nicht überstrapazieren – es war bergig und sehr kurvig, und die zwei hatten ja nun am Vortag gerade nicht so tolle Erfahrungen gemacht. Die Zwischenstops haben sie beide sehr genossen.

img_0017

Regenpause am Bergsee.
img_0035Wilde Natur, Wald und Reflexionen.

img_0042

Faszination ‚glatte‘ Berge.

img_0031

Hund in der Heide 😀

Ihr seht: wir hätten es viel schlechter treffen können. Gegen halb eins erreichten wir dann Tonstad. Wie schon seit der letzten Stunde der Fahrt, regnete es auch hier. Trotzdem ließ sich erkennen, wie schön Tonstad gelegen ist. Gemütlich am Ufer und Ende eines langgezogenen (27 km) Sees (Sirdalsvatnet), mitten zwischen den Bergen. Günstigerweise war der Campingplatz ausgeschildert – nein, wir hatten es noch nicht über, das Wildcampen, erhofften uns aber ein paar Infos zwecks Wanderrouten in der Umgebung. Dort wies man uns freundlich darauf hin, dass die ‚Sommersaison‘ (= Wanderzeit) in Norwegen Mitte August endet (wichtig, falls ihr mal während der Saison nach Norwegen wollt), und dass wir daher ja schon recht spät dran wären (was wir ja nun glücklicherweise schon wussten 😉 ).

Ein Hoch auf Regencapes!

Trotzdem konnte man vom Campingplatz aus direkt noch ein Gipfel erklimmen. Also ließen wir uns den Weg beschreiben, dann die Hunde aus dem Auto, packten ein bisschen Proviant und Wasser ein, warfen uns die Regencapes (Must-have!) über – und los ging’s. Zwei Stunden hatte man uns gesagt – irgendwann waren wir nicht mehr sicher ob wir richtig sind, denn es wurde fleißig gebaut. Allerdings trafen wir dann auf Sven, den netten Farmer von nebenan, dem wohl der meiste Teil des Berges gehörte, unter anderem die Straße. Mit ihm haben wir uns auf jeden Fall sehr nett unterhalten (er schön trocken in seinem Volvo-Kombi, wir so gar nicht trocken im strömenden Regen), und obwohl nicht ganz klar wurde was da nun eigentlich gerade bautechnisch von Statten ging, wies er uns den Weg Richtung Gipfel (nein, der war nicht zu sehen – Wolken und so), bzw. zum Bergsee. Ob das nun das erklärte Ziel war, was man uns am Campingplatz weisen wollte, sei mal so dahingestellt, aber Sven war nun mal sehr nett und hatte außerdem ein Ruderboot am Bergsee liegen (ein rotes), dass wir benutzen dürften (wenn wir denn ankämen). Gut – ich persönlich fand’s jetzt gerade etwas nass zum Rudern, aber wir waren auch schon so durchgeweicht, dass sich Sven wohl dachte: macht keinen Unterschied mehr.

Grundsätzlich war der Weg bei dieser Wanderung nicht das Ziel – es ging durch den Wald, aber die meiste Zeit auf Schotterwegen bergan. Nicht so unfassbar spannend. ABER: Der Bergsee war wirklich idyllisch. Ja – wir hatten jetzt nicht gerade das tollste Wetter, aber man konnte wirklich ahnen wie schön es hier oben sein kann (Bilder kann ich euch leider keine zeigen – denn das Wetter wäre der Tod meiner Kamera gewesen). Weiter hinten am See dann auch wieder Häuser (ich sag ja – ‚Haus am See‘-Fans, die Norweger), und Ruderboote! Sven hatte nicht zu viel versprochen 😀 Aber nein – wir sind rudern gegangen. Wir waren schwimmen. War halt anstrengend so berghoch (stundenlang), also haben wir (nass wie wir waren) die Situation genutzt und waren kurzerhand mal Baden im Bergsee (spart die Dusche 😉 ). Bei ungefähr 10°C Außentemperatur. Wasser war natürlich etwas kälter. Also war es ein kurzes Badevergnügen – aber es tat wirklich gut. Da die Norweger kein großes Rundwandervolk sind (wie sich noch herausstellen sollte), ging es eben auch den selben Weg zurück. Immerhin waren wir draußen, und hatten uns bewegt. 
An dieser Stelle muss ich gerade selbst ein wenig über meine Notizen im Reisetagebuch lächeln: ‚Meine Schuhe sind jetzt zwar nass, aber ich lasse sie jetzt einfach an, bis es in den Schlafsack geht – dann werden sie vielleicht von der Körperwärme etwas trocken.‘ Ich Fuchs! … das hat natürlich NICHT funktioniert.
Zurück am Auto haben wir uns dann direkt auf die Suche nach einer Bleibe für die Nacht gemacht. Es war noch recht früh am Tag, ungefähr 16.00 Uhr (nein, so genau habe ich nicht Buch geführt), aber wir hatten am Tag zuvor ja auch schon so unsere Problemchen ein Plätzchen zu finden, bevor es dunkel wurde. Dafür mussten wir aber aus Tonstad raus (300m bis zum nächsten Haus, kein Sichtkontakt), und beschlossen einfach die Route Richtung unseres nächsten Ziels einzuschlagen. Also weiter gen Norden, Richtung Sinnes. Tatsächlich mussten wir wieder recht weit fahren, bevor sich eine Möglichkeit auftat. 

Und wo schlafen wir heute?

Hier mal ein paar Worte zum Wildcampen in Norwegen: wie gesagt – es ist innerhalb von Städten / Siedlungen nicht erlaubt. Man kann in freier Natur überall campen wo man will, wenn keine Menschenseele in Sicht ist. Wenn man aber mit dem Auto unterwegs von Ort zu Ort ist, kommt es weniger oft vor, dass man sich in der Wildnis findet. Und in Norwegen ist die Landschaft einfach anders als bei uns. Eigentlich besteht sie außerorts aus Seen, Bergen und Wald, durchschnitten von der gelegentlichen Straße (auf der man dann halt unterwegs ist) – und das wars. Wiesen gibt’s übrigens auch nicht so richtig – es gibt Weiden und Felder (hier und da) aber auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist wildcampen verboten. Das schränkt die Auswahl der Übernachtungsplätze doch gehörig ein. Anfangs hat uns das noch echte Sorgen bereitet. Aber dann haben wir doch IMMER ein idyllisches Plätzchen gefunden, wir Glückskinder. 

So auch an diesem Tag. Tatsächlich bin ich erst vorbeigefahren, hatte aber die Nase schon so voll, weil wir keinen Platz gefunden haben, dass ich mich direkt umgedreht habe und zurück gefahren bin. Und zwar ging es von der Straße ein Stück Schotter den Abhang herunter (war recht steil, wenn ich so zurück denke, war schon recht mutig, mit dem Auto…) und ein paar Meter tiefer war man dann am Ufer eines Flusses. Das Ganze hat einfach ganz gut gepasst, weil wir das Auto auf dem Schotter parken konnten (und es nicht irgendwo im Schlamm versunken ist), und wir auch wieder ganz gut von der Straße abgegrenzt waren (durch die Böschung), und so auch die Hunde problemlos raus lassen konnten. UND wir hatten wieder Wasser vor der Tür. Dazu kam, dass es gerade mal einen Moment lang nicht regnete, wir also schnellstens unsere Zelte aufschlugen, und Luftmatratzen und Schlafsäcke, Nachtzeug, und alles andere was nicht unbedingt nass werden sollte, darin verstauten. Laura musste sich dann eine Weile ins Zelt verabschieden, weil sie dank leichter Reisekrankheit (Berge, Kurven…) ziemliche Kopfschmerzen hatte. Ich hatte also ein wenig Zeit für mich selbst – im Auto, denn es fing wieder an zu regnen. Jax hatte es sich im Kofferraum gemütlich gemacht, und ich habe brav mein Reisetagebuch geschrieben und ein wenig darüber reflektiert, dass ich Zelten im Regen so gar nicht schön finde. Oder nasse Füße. 

img_0054

Campsite am Fluss. Blaues Zelt: Jax und ich – Graues Zelt: Laura und Pino.

Trotzdem war es wirklich verdammt schön dort. Und so ruhig! Kaum ein Auto auf der Straße. Weniger Menschen – mehr Natur. Genau das hatte ich mir gewünscht. 
Später zwingt uns der Regen wieder ins Auto – inklusive Hunde, denn so ein pitschnasser Hund ist kein so toller Bettnachbar – und wir gönnen uns eine Dosis Hörbuch. Not macht erfinderisch! Da es leider nicht mehr aufhören will zu regnen, putzen wir Zähne im Auto und setzten dann auf einen Sprint zum Zelt, was mehr oder weniger gut funktioniert. Aber immerhin sind die Schlafsäcke und Schlafsachen noch trocken – und ich kann Jax gerade noch daran hindern es sich auf meinem Schlafsack bequem zu machen. Etwas beleidigt trollt er sich auf seine Decke, während ich in die Schlafklamotten wechsel (gut, dass das keiner sieht, sehr gymnastisch, so im liegen-sitzen). Zum Schlafen kann ich übrigens Thermowäsche aus Wolle empfehlen – ich hatte eine lange Hose und ein Langarmshirt dabei und ich habe NIE gefroren (hatte aber auch einen super Schlafsack). Um der Gemütlichkeit Genüge zu tun, widme ich mich noch ein paar Seiten meines Buches, während das Rauschen des Baches und der Regen auf dem Zeltdach mich relativ schnell müde machen. Viertel nach zehn ist Licht aus (diesmal hab ich es tatsächlich notiert!).

Also der erste Tag in Norwegen bekommt von mir 4 von 10 Punkten auf meiner selbst-erfundenen Adventure-Skala. Und das auch nur, weil die Landschaft so schön ist. Schlechte Noten wegen schlechtem Wetter 😉

Ob das noch was wird mit dem guten Wetter, und was uns an den nächsten Tagen noch so erwartet, das erfahrt ihr dann demnächst 🙂

Love, Kristin

 

Wandbildtest von Saal-Digital

Wunderschönen guten Tag ihr Lieben!
Ich hatte vor kurzem die Möglichkeit, ein Wandbild bei Saal-Digital zu testen. Samstag bestellt, Montag war es schon da. Also was die Lieferzeiten angeht – grandios!
Ich habe mir ein Fotos von Jax ausgesucht (ich <3 dieses Bild so sehr). Ich habe schon viele Leinwände, auch verschiedener Anbieter getestet, und ich konnte mir bisher vom Alu-Dibond kein so rechtes Bild machen. Wollte das aber gern testen – also wurde es ein 60×40 cm Alu-Dibond.
Zuerst mal zur Verpackung: auf jeden Fall umweltfreundlich. Zwar sicher, aber nur soviel wie nötig. Das weiß ich sehr zu schätzen, ich ärgere mich immer, riesen Pakete zu bekommen, wo außer Verpackungsmaterial nur ein Mini-Paket drin ist. Muss das sein?
Bei Saal-Digital nicht. Danke dafür!
Die Qualität ist wirklich hervorragend. Ich hätte mir das Alu schwerer vorgestellt, aber es ist überraschend leicht. Die Alu-Platte ist 3 mm breit (wahlweise gibt es sie auch als 6 mm) und auf beiden Seiten beschichtet. Die Detailtreue und Farbintensität des Druckes ist klasse! Ich bin absolut begeistert!
Man kann bei Saal-Digital auch unterschiedliche Arten der Aufhängung wählen (die kosten zusätzlich – ein bisschen schade, ich finde die Standartaufhängung könnte im Kaufpreis inbegriffen sein). Jede Aufhängung kostet extra, die Standardaufhängung kostet aber auch nur 3€.
Mein Fazit ist wieder mal, hervorragende Qualität und Lieferzeiten bei Saal-Digital. Wie schon beim Test des Fotobuches. Wer Top-Qualität möchte, wird hier nicht enttäuscht!

Jax hat’s übrigens auch abgenickt 😉

SPRING APPROACHING

Heute hatte ich einen wunderbaren Tag. Besucht hat mich die liebe Leah (www.leahkirschner.jimdo.com) – eine wirklich, wirklich klasse Visa. Und Lisa und Verena, unsere Models. Total der Mädelstag. Großartig. Sowas brauche ich viel öfter. Leah hat mir die Mädels gestylt, Make-up und Haare, und dann haben wir uns mit frischen Blüte Portraitmäßig ausgetobt. Das kann man schon mal machen <3

Ich freue mich schon sehr darauf, euch weitere Ergebnisse von heute zu präsentieren, da wir auch sehr viel Indoor fotografiert haben, was ich ja selten tue, und immer eine Herausforderung ist. Also mal raus aus meiner Komfortzone! Sicher kann ich euch zwei tolle Fotostrecken von unseren tollen Models zusammenstellen. Seid gespannt ( :

Bis dahin! 
Knutscha, Kristin

NORWAY – A ROAD TRIP: GETTING THERE

Prolog

Wie der ein oder andere vielleicht weiß, war letztes Jahr recht anstrengend für mich. Erfolgreich, ja, aber auch sehr anstregend. Im Mai habe ich meine Doktorarbeit abgegeben und im Juli habe ich sie verteidigt. Im August haben wir sie dann alle gemeinsam begossen. Alles in allem hat mich das ganze schon sehr ausgelaugt. Die ganze Doktorandenzeit. Irgendwie ist man doch sehr froh, wenn es alles vorbei ist.
Ich wollte mich dafür dann auch ein bisschen belohnen, und zufällig ergab es sich, dass meine liebe Freundin, Quasi-Nachbarin und Hundemensch Laura einige Zeit zum Backpacking nach Norwegen wollte. Um ihre Bachelorarbeit zu feiern. Da sie mit Hund unterwegs sein wollte, dachte ich mir, ich hänge mich einfach dran.
Geplant war, dass wir uns im Hardangervidda Nationalpark treffen, wo ich mein Auto stehen lassen würde, und wir dann zusammen mit den Hunden und Zelten losziehen würden. Laura wollte einige Wochen länger unterwegs sein und schon früher hinreisen – das ging bei mir leider nicht, da ich ja nach wie vor einen Arbeitsvertrag (und damit auch nur die übliche Urlaubstagszahl) hatte. Drei Wochen habe ich mit meinem Chef abgesprochen und für mich völlig in Ordnung.
Dann kam aber alles ein wenig anders. Laura erwische leider keine gute Zeit – im Gegenteil, ihre erste Woche war geprägt von Regen und sehr kalten Nächten. Keine sehr gute Kombination, vor allem wenn man doch etwas ab der Zivilisation ist. Nach einer Woche musste sie notgedrungen aufgeben, da sie dem schlechten Wetter nicht entkommen konnte. Ich hatte schon Sorge, dass sie es über haben würde – aber da habe ich definitiv ihre Abenteuerlust unterschätzt. Wir schmissen also unsere Pläne um und planten einen Roadtrip. Mit dem Auto unterwegs zu sein würde und viel flexibel und mobiler machen und wir würden auch viel mehr sehen. Natürlich waren nach wie vor Übernachtungen im Zelt geplant – denn in Norwegen ist Wildcampen ja erlaubt. Also steckten wir uns eine Strecke ab, die uns zu einigen fein säuberlich recherchierten landschaftlichen Highlights bringen sollte. Die Route könnt ihr hier näher betrachten.
Für mich stand dann noch eine ganze Menge Shopping auf dem Plan – meine Kollegen hatten mir in weiser Vorraussicht zur Doktorfeier einen Gutschein für McTrek geschenkt – der auch nötig war. Im Anschluss an meinen Reisebericht werde ich euch gern eine Liste zusammenstellen, was absolut notwendig war (und vielleicht auch, was man hätte daheim lassen können).
Unser Startdatum sollte der 1. September sein. Im Endeffekt bin ich schon am 31. August gestartet. Da fangen wir an.

Hitting the Road

img_3466

Der Audi nach dem Einladen in Isernhagen. Ja – das Auto war VOLL.

Ich war noch arbeiten, aber da ich ja seit Juli eine halbe Stelle bekleiden durfte, war mittags Schluss und ich konnte mich aufs Packen konzentrieren. Es war ein ziemlicher warmer Tag, und nachdem ich alle meine Sachen (ok, fast alle) im Rucksack verstaut hatte, stand dann das Stapeln ins Auto an. Ich hatte SEHR ausreichend Vorräte eingekauft, musste Zelt, Isomatte und Schlafsack verstauen, Hundefutter, Wanderschuhe, den Rucksack mit allen Anziehsachen… Es war doch viel mehr als gedacht, und obwohl mein Auto nicht unbedingt ist (ich fahre einen Audi A3), war am Ende klar dass es doch recht sportlich werden würde, Lauras Sachen unterzukriegen. Und Laura. Und Pino, ihren Hund. 

Gegen fünf war ich unterwegs nach Isernhagen (bei Hannover), wo Laura wohnt und wo ich sie einsammeln sollte. Die Nacht würde ich auf dem Sofa verbringen, und dann könnten wir in Ruhe am nächsten Morgen starten. Gesagt getan. Nach einer kurzen Nacht (Lauras Eltern besitzen ebenfalls eine Hündin, also hatte es insgesamt
drei Hunde im Haus), in der mein Hund regelmäßig aufs Sofa kam, und wieder runter sprang, sobald die Dame des Hauses im Wohnzimmer nach dem rechten sah (so etwa alle halbe Stunde), und klein Pino sehr bequem die Hälfte der Nacht auf meinem Arm geschlafen hatte, gab’s zur Belohnung einen kurzen Hundespaziergang vor einem ausgeprägten Frühstück, bevor wir uns auf den Weg machten.

Die erste Etappe führte und nordwärts nach Hirtshals, Dänemark. Hier gibt es mehrere Fährhäfen, und von hier aus startet auch die kürzeste Fährverbindung zwischen Dänemark und Norwegen, nämlich nach Kristiansand. Wegen der Hunde wollte wir die Fährzeit so gering wie möglich halten, denn die mussten dabei im Auto bleiben. Nicht optimal. Aber die Überfahrt dauert eben auch nur ungefähr 2 Stunden.

Die Fahrt war problem- aber auch ereignislos (was vielleicht auf der Autobahn auch ein wünschenswerter Zustand ist). Am Ende zog es sich dann etwas bis Hirtshals, aber wir waren recht früh da. Um 15.30h – also eine Fahrtzeit von ziemlich genau 7h (mit Pausen). Unsere Fähre ging um 18.00h. Falls ihr euch jemals von Hirtshals aus verschiffen lasst und sehr früh dran seid hier ein Tip: checkt nicht sofort ein – einmal drin (auf dem Parkplatz wo alle auf ihre Fähre warten), lassen sie euch nicht mehr runter. Für uns war das sehr blöd, weil der Parkplatz direkt 50m vom Strand entfernt ist, wo wir mit den Hunden noch hinwollten um die Restzeit totzuschlagen. Was dann leider nicht ging. Wir verbrachten die Zeit dann also auf dem formschön-gepflasterten Parkplatz, ließen die Hunde aus den Autos und genossen die Sonne und den Wind. Viel war nicht los und es ging pünktlich los Richtung Norwegen.

37e16923-fdbe-4f2b-a885-3ed4caf5d244

Gute Stimmung bei bestem Wetter im Hafen in Hirtshals. Selfietime!

Was mich als Hundebesitzer sehr gestört hat, waren die doch sehr unflexible Einstellung gegenüber unsern vierbeinigen Freunden. Grundsätzlich gibt es auf den Fähren nach Skandinavien die Möglichkeit, die Hunde im sogenannten ‚Dog Hotel‘ unterzubringen – gerade auf den längeren Fährfahrten ja vermutlich eine Überlegung wert – allerdings sind dies dann auch nur ausgefließte Räume voller Käfige, in die man die Hunde dann Stundenlang sperrt. Muss das sein? Ich weiß es nicht. Auf unserer Überfahrt mussten die Hunde im Auto bleiben. Wir dachten wir tun ihnen einen Gefallen, weil sie das Auto und den Kofferraum / Box ja kennen. Pustekuchen. Wir hatten dermaßen heftigen Seegang, dass Jax – wohl aus Panik – die halbe Plastikauskleidung des Kofferraums und seine neuen Tragetaschen zerkaut hat (vermutlich vergeblich auf der Suche nach Halt im schaukelnden Auto), und Pino sich gepflegt in seine Box übergeben hat. Laura war auch leicht angeschlagen – ich weiß immernoch nicht genau warum die drei sich so angestellt haben, ich persönlich fand es nicht so tragisch. Solang man nirgendwohin gehen wollte ohne wie ein Betrunkener herumzutorkeln war das schon ok ( :
Am Ende der Überfahrt haben wir uns noch auf’s Außendeck getraut und wurden mit einem tollen Abendhimmel und untergehender Sonne über dem Norwegischen Festland belohnt.

img_3469

Abendsonne (und Sturm) auf dem Außendeck. Am Horizont kann man das Festland erahnen.

Zurück im Auto mussten wir erstmal die armen Hunde trösten, aber es ging dann auch schnell von Board, und wir kamen auch recht problemlos durch den Zoll – die Hunde müssen eigentlich beim Zoll vorgeführt werden, gechipt, geimpft und entwurmt sein für die Einreise, aber wir wurden eigentlich nur durchgewunken und konnten uns so schnell auf den Weg machen. Weit wollten wir an diesem Tag nicht mehr – es war schon nach 18 Uhr, und viel Tageslicht blieb nicht mehr, um einen geeigneten Platz zum Übernachten zu finden. Wir fuhren also direkt raus aus Kristiansand, vorbei an Felsen und Klippen, an denen die Stadt entlang gebaut ist und die Straßen entlang führen. Laut Karte sollten sich westlich von Kristiansand direkt einige Seen befinden, an denen wir uns ein Plätzchen suchen wollten.
Die Seen haben wir auch recht schnell gefunden. Allerdings war es schwierig ein abgeschiedenes Plätzchen zu finden, denn offenbar sind auch die Norweger große Fans vom ‚Haus am See‘. Rund um die Seen wunderschöne Privatgrundstücke, wunderschöne Häuser. Problem – man darf zwar wildcampen aber nur in ausreichender Entfernung zu Siedlungen. Heißt mindestens 300 m bis zum nächsten Haus. Schwierig.

Wilcampen ist ja schön und gut – wenn nicht überall Häuser stehen!

Letztenendes fanden wir unseren Platz an einer Landstraße, zwischen See und Wald. von der Straße durch einen Streifen Bäume und Gebüsch abgegrenzt. Nicht ideal, aber erschöpft wie wir waren, einfach nur froh irgendwo angekommen zu sein. Also bauten wir unsere Zelte schön in die kleine Minilichtung des Waldes (rund herum einfach nur Bäume und Büsche), und das Auto zwischen uns und die Straße. Dann wurden die Hunde ausgeladen und gefüttert, und wir konnten endlich den Campingkocher anschmeißen. Es gab Asianudeln (wurde einer unserer Favoriten 😉 auf der Campingdecke. Und dabei wurde es dann auch langsam dunkel. Natürlich hatten wir vorher noch die Zelte eingerichtet – so eine selbstaufblasende Luftmatratze ist nicht zu unterschätzen! – Lampen und Zahnbürsten herausgekramt. Und natürlich Schlafklamotten. Endlich raus aus den Reisesachen! Und nach der nötigen Abendtoilette ging es dann auch schnell in die Schlafsäcke.
Mein Zelt war ein Zweimannzelt – hauptsächlich lang, nicht hoch, sodass man darin stehen könnte. Aber doch ausreichend und bequem. Gleich am Eingang zwei Taschen an den Wänden, in denen ich meine Sachen (Lampe, Autoschlüssel, Handy, Buch) verstauen konnte. Jax und ich hatten es dann auch recht kuschelig, er auf seiner Decke neben mir, wo er dann auch direkt eingeschlafen ist. Ich hab tatsächlich noch ein paar Seiten gelesen (Harry Potter, geht IMMER) bevor auch ich dann müde wurde. Einmal musste ich dann nachts doch die Buschtoilette benutzen, was echt ungemütlich war, so im Dunkeln, im Wald, drauf achten nicht über die Zeltschnüre zu stürzen… Spaßig – wo ich ja auch so ein Campingfan bin!

Zeltaufbauen will gelernt sein.

Am Morgen stellte sich raus, dass ich das mit dem Zelt aufbauen noch üben muss – ich hatte das Oberzelt nicht stramm genug aufgespannt, und der nächtliche Nieselregen war schön bis ins Innenzelt durchgedrungen, und in meinen Schlafsack – wo er Kontakt mit dem Zelt hatte. Tjah – Übung macht den Meister 😉 Aber immerhin hatten wir es geschafft – das erste Mal aufwachen in Norwegen! Wie das so war für uns, gibt’s im nächsten Kapitel Norway -a road trip: on the road.

INDOOR

Ja – manchmal mache ich auch drinnen Fotos. Heute zum Beispiel. Etwas widersinnig, denn es war gigantisches Wetter heute. Aber wir hatten uns verabredet, Nicoles Atelier und ihre Tageslichtbeleuchtung einem Lichttest zu unterziehen. Als ich das erste mal bei ihr Kaffee trinken war, und sie mir ihr Atelier gezeigt hat, dachte ich nur ‚Wahnsinn, hier muss ich unbedingt mal Fotos machen!‘. Und heute haben wir das dann ganz schnell mal so gemacht. Und das kam bei raus. Keine Visa dabei, Haare nicht gemacht, nur Licht, ein Gesicht und eine Kamera. Wahnsinn. Ich liebe das Atelier <3