frau beim lesen am see im sommer
Bücher Gedanken & Co.

Warum Lesen gut für uns ist

Lesen – ein ziemlich totes Hobby, oder? Klar sagen irgendwie immer alle ‚lesen ist gut für dich mein Kind‘ – aber wer liest heutzutage noch ein Buch (mich jetzt mal ausgenommen)?

Denken wir mal kurz darüber nach, wo Leute lesen: im Urlaub am Strand oder am Pool, im Bus, im Zug, in der S-Bahn, oder im Flugzeug, zu Hause auf der Couch oder im Bett. Manche, die es können, vielleicht auch im Auto.

 

Wer liest schon noch heutzutage?

 

Aber jetzt mal ehrlich: wie oft seht ihr tatsächlich Leute an diesen Orten (außer ihrem zu Hause – da solltet ihr sie nicht sehen ; ), die ein Buch lesen? Meine Erfahrung ist, dass – egal wo – hauptsächlich das Smartphone in der Hand ist. Ich will zwar nicht unterstellen, dass einige darauf Ebooks lesen, aber aus eigener Erfahrung braucht man zum vernünftigen Lesen von Ebooks wenigstens ein kleines Tablet (iPad mini oder Kindle).

Da heutzutage über Wifi verfügbar ist – sogar teilweise am Strand in der Karibik, und bestimmt am Hotelpool – können wir überall online sein, unsere Mails checken, Social Media suchten, Farm Heroes spielen oder Netflix streamen. Auf der Couch daheim erst recht – und ja, auch im Bett zum Müdewerden (nehme mich hier nicht aus).

 

Ja – ich bin ein Bücherwurm!

 

Ich persönlich liebe das Lesen. Ich liebe Bücher. Schon so lange ich denken (bzw. lesen) kann. Ich lese immernoch gern und viel. Aber Bücher. Keine Ebooks. Ich brauche Seiten in den Fingern, in die ich Eselsohren knicken kann, wenn ich kurz aufhöre (ja – Schande über mich, ich weiß). Als Kind habe ich mich in Pucki und Hanni und Nanni vergraben. Und dann kam Harry Potter (ich war 11). Und da kann ich mich zum ersten Mal erinnern, dass die Bücher für mich zu einer Art zweiten Heimat wurden – abends vor dem Schlafen nochmal abtauchen in eine andere Welt. Andere Dinge sehen – besondere Dinge, Dinge die es für mich so nicht gibt. Nur in der Fantasie. Und ich habe das geliebt.

Ich lese auch jetzt noch Harry Potter – und werde das vermutlich auch noch mit 80 tun, wenn meine Augen es zulassen. Heute lese ich aber sehr viele Kriminalromane, am liebsten solche, in denen viel Wissenschaft und Hintergrundinformation steckt. Also Tess Gerritsen und Kathy Reichs, aber auch Jo Nesbo und natürlich the one and only Michael Crichton, der es wie kein anderer vermochte die Wissenschaft mit der Fiktion zu kombinieren (denken wir hier einfach nur kurz an Jurassic Park). Vermutlich stehe ich aber auch einfach auf Drama und düstere Seelen – denn wenn ich Serien schaue dann am liebsten auch Crime. Irgendwie ist mein persönlicher Wahnsinn jeden Tag dadurch nicht so extrem.

Über’s Lesen lesen

Heute bin ich, eher durch Zufall, über eine Publikation aus dem Jahr 2016 gestolpert, die sich mit den Auswirkungen des Bücherlesens beschäftigt (und die Leseratten unter euch werden das lieben – so wie ich).

Ein Kapitel am Tag

… oder auch ‚A Chapter a Day‘ (1). In dieser Ananlyse der Health and Retirement Study hat man sich angeschaut, ob und wie die Lebensspanne der Studienteilnehmer (ältere Menschen) von ihren Lesegewohnheiten beeinflusst wird. Bei so einer Studie werden über einen längeren Zeitraum Daten der Teilnehmer erhoben, sodass man Ihre Patientengeschichte verfolgen kann. In diesem Fall hat man sich 12 Jahre lang mit 3536 Patienten beschäftigt, ihre Daten erhoben und ausgewertet. Die Fragestellung war, ob Buchleser einen Überlebensvorteil gegenüber Nicht-Lesern bzw. Lesern anderer Medien (Zeitungen, Magazine…) haben.
Heraus kam, dass die Buchleser in dieser Gruppe tatsächlich ein 20% niedrigeres Risiko hatten, im Laufe der 12 Jahre zu versterben. Das bedeutet, dass von den Buchlesern 20% weniger im Verlauf der 12 Jahre der Studie verstarben, als von den Nicht-Lesern / Lesern anderer Medien.

Zwanzig Prozent! Wahnsinn! Dadurch, dass lesen unser Gehirn fit hält, verhilft es uns zu einem längeren Leben – wenn das kein Argument ist öfter zum Buch zu greifen.

gestapelte bücher eines aufgeschlagene seiten

Wem das noch nicht reicht – ich habe noch mehr:

Laut einer Studie im Fachjournal Neurology (2) ist das Nachlassen des Gedächtnisses bei Personen, die ihr Leben lang (und eben auch im Alter) viel und häufig mental fordernde Aktiven ausüben (lesen, soziale Kommunikation, Kreuzworträtsel,…) 32% langsamer als in bei weniger mental aktiven Menschen.

Lesen hält das Gehirn (und damit auch euch) länger fit!

Lesen, lesen, lesen

Natürlich gibt es unzählige Studien über das Lesen, und wie es positiv unser Gehirn beeinflusst. Daher ist Lesen eben auch für unsere Kids absolut wichtig – gerade im Alter der Smartphones! Lesen unterstützt eine gesunde und normale Gehirnentwicklung (3).
Und: nicht nur selber lesen bringt den Kids Vorteile in Ausdruck, Sprache und kognitiver Entwicklung. Mit dem Vorlesen fängt es an! Das Eltern-Kind-Vorlesen hat nachgewiesener Weise einen positiven Einfluss auf die Psyche – von Kind und Eltern (4)! Und abgesehen davon stärkt es die Eltern-Kind-Bindung.

kind liest herr der ringe

Fazit

Puh! Viele Fakten – uns es gibt noch unendlich viel mehr, die den positiven Einfluss des Lesens auf unsere Psyche, Fantasie, unser Gehirn und unsere Stimmung belegen. Was soll ich sagen – Lesen rockt!

Also – seid ein Vorbild. Schnappt euch ein Buch. Lest euren Kindern vor.
Lesen kann Spaß machen- und ist gut für die Gesundheit. Es muss nicht immer vegetarisch, vegan oder bio sein – ein Buch kann auch helfen ( :

Schreibt mir doch mal, was ihr so am liebsten lest! Ich bin immer auf der Suche nach Inspiration ( :

Love, Kristin

  1. Bavishi et al. (2016) A chapter a day: Association of book reading with longevity, Social Science & Medicine, 164, 44-48.
  2. Wilson et al. (2013) Life-span cognitive activity, neuropathologic burden, and cognitive aging, Neurology, 81(4).
  3. Horowitz-Kraus & Hutton (2017) Brain connectivity in children is increased by the time they spend reading books and decreased by the length of exposure to screen‐based media, Acta Paediatrica, 107(4),
    685-693.
  4. Xie et al. (2018) Psychosocial Effects of Parent-Child Book Reading Interventions: A Meta-analysis, Pediatrics, 141(4).

Bildquellen in der Reihenfolge des Erscheinens: 1 | 2 | 3 | 4

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.