Allgemein Gedanken & Co.

Veränderung

Es ist lange her, dass ich hier aktiv geschrieben habe. Über ein Jahr. Ein Jahr, in dem sich enorm viel verändert hat. Lange habe ich überlegt, ob ich diesen Blog behalte. Aber grundsätzlich macht es mir einfach Spaß hier zu schreiben. Dann habe ich überlegt, ob ich überhaupt so einen Post gestalte – oder einfach <<back to business>> gehe.
Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, dass in einem Blog, der sich auch um emotionale und ernste Themen drehen soll, so ein Post nicht ausgelassen werden kann.
Aber ich war noch nicht so richtig bereit dafür. Und ehrlich gesagt – ich weiß nicht genau ob ich es bin. Ich – die sich mit Veränderung grundsätzlich so schwer tut.

(Hat vermutlich mit meinem ‘kleinen Kontrollzwang’ zu tun, von dem ich damals noch nichts wusste, jetzt aber schon. Aber dazu vielleicht ein andermal mehr.)

Wo war ich?

Ja – wo war ich? Physisch war ich hier, wo ich immer war. Die meiste Zeit. Emotional und psychisch war ich nicht da, wo ich eigentlich sein sollte. Ob man das nun eine Depression nennen kann weiß ich nicht. Aber es war eine ausgewachsene Krise. Zumindest sagt das meine Therapeutin.

Der Grund

Im Prinzip ist der Grund klar. Im Juli letzten Jahres hat sich mein Mann von mir getrennt. Nach fast 10 Jahren Beziehung und 3 Jahren Ehe. Nachdem sich herausgestellt hat, dass wir nicht so ohne weiteres Kinder kriegen können. Was wohl nicht sein Grund war. Sein Grund war, dass er mich nicht mehr liebt, was irgendwie noch sehr viel schlimmer für mich war. Da gab es also irgendwie nichts mehr zu retten.
Mit der Diagnose wurde es natürlich schon sehr schwer – aber etwas anderes hatte nie im Raum gestanden. Wurde nie drüber gesprochen. Totgeschwiegen, sozusagen.
Das hat mich zerstört. Das klingt vielleicht etwas übertrieben, aber ich bin da einfach zerbrochen. Alles war ein einziger Scherbenhaufen. Ich, wir, meine und unsere Pläne, die Zukunft. Mein Leben. Mein Kampf darum war kurz und fruchtlos. Das Scheidungsverfahren läuft.

Ich habe mich schwer damit getan, das so zu schreiben. Irgendwie trägt jeder sein Päckchen. Ich bin nicht die Einzige, der so etwas passiert ist – oder passieren wird. Ich wünsche es nur wirklich niemandem. Vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden und keine Möglichkeiten mehr zu haben – das ist schwer. Mein Selbstbewusstsein hat so sehr gelitten – es gab Tage da habe ich mich gar nicht mehr als Mensch gefühlt. So ungenügend. So ungewollt. Eine komplette Versagerin.

Gut war, dass ich mit der Diagnose damals schon Hilfe bei einer Therapeutin gesucht hatte. Die mich seitdem betreut. Und nein, ich finde es nicht schlimm in Therapie zu sein. Mir persönlich hat es sehr geholfen, und ich kann ganz klar sagen, dass ich in meinem ganzen Leben nicht so viel über mich selbst gelernt habe, wie in den vergangenen Monaten. Aber darauf muss man sich auch einlassen können. Mit dem Scherbenhaufen, der mal ich gewesen ist, hatte ich aber ehrlichgesagt auch nicht viele Möglichkeiten. Ich wusste nur, dass aufgeben keine Option ist.

This is the way

Ich habe also beschlossen weiterzumachen. Den Weg zu gehen. Meinen Weg zu finden. Ich wusste von Anfang an, dass dieser Scherbenhaufen, der da vor mir lag, nie wieder so aussehen würde wie vorher. Aber nach einiger Zeit, nach dem ersten Schock, der kompletten emotionalen Überforderung, war ich entschlossen die Scherben wieder zusammenzusetzen. Und ich bin noch dabei. Zwar bin ich meiner Meinung nach schon sehr weit gekommen, aber noch lange nicht fertig. Einige Teile sind auf dem Weg verlorengegangen. Bei einigen ist das sicher gut. Bei anderen ist es vielleicht sehr schade. Das wird sich vermutlich noch zeigen.
Fest steht, ich bin nicht mehr die Person, die hier vor über einem Jahr den letzten Beitrag verfasst hat. Ich habe wie gesagt viel über mich gelernt. Alles was passiert ist, hat mich verändert. Auf vielen verschiedenen Ebenen. Mich – die sich mit Veränderung so schwer tut.

Ich lebe mittlerweile allein – mit meinem Hund. Ich bin ausgezogen, aus unserem Haus, das mir nun auch nicht mehr gehört. Und ich bin stolz zu sagen, dass es mir gut geht. Mal mehr, mal weniger. Aber gut genug. Gut genug, nicht mehr in der Vergangenheit zu leben, sondern nach vorn zu schauen. Und das ohne Angst und Panik vor der Zukunft. Meiner Zukunft. Meinem Weg. Wo auch immer der mich hinführen wird.

Viel mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht schreiben. Ich möchte vielleicht einige Dinge die ich gelernt habe, oder die mir geholfen haben, für euch nochmal ausführlicher niederschreiben. Ich denke, dass das nicht nur Selbst-Betroffenen helfen kann, sondern auch denen, die mit Menschen zu tun habe, denen es ähnlich geht. Zu verstehen, wie sich so etwas anfühlt – das kann man nicht, bis es einem selbst passiert. Verstehen, nein. Verständnis – das ist etwas was wirklich hilft <3

Danke an alle, die für mich da waren – und es immer sind. Und sein werden. Ich hab euch lieb.

Love – Krissey

Bildquellen: 1 | 2 | 3

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